Willkommen

Newsletter Nr. 5

Liebe Hundefreunde,
sehr geehrte Interessierte,

nach längerer schöpferischer Pause wieder ein neuer Newsletter von der Hundeinsel.

In der Zwischenzeit waren wir fleißig und können Ihnen nun die neu gestaltete Homepage www.hundeinsel.com vorstellen.

Besuchen Sie unsere virtuelle Insel, holen Sie sich Anregungen und Tipps, schmökern Sie im Zubehörshop und finden Sie vielleicht das eine oder andere Seminar für sich und Ihren Hund oder nehmen Sie Kontakt zu mir auf, wenn Sie Hilfe benötigen.

Sie können gerne auch Ihren Kommentar dazu abgeben. Für Anregungen, Tipps oder Hinweise habe ich immer ein offenes Ohr.

Seien Sie herzlich Willkommen!

Mit pfotigen Grüßen
Gudrun Zimmermann und Team
sowie Delia, Nina und Xenia

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Wenn Hunde in die Jahre kommen-
Lebensfreude für unsere Senioren auch im hohen Alter

Fast unmerklich, sehr leise, altert der vierbeinige Freund an unserer Seite. Stets sind wir gewohnt, ihn in seiner fröhlichen oder dezenten Art um uns zu haben, mit ihm lange Spaziergänge zu machen, zu spielen, zu toben, aktiv zu sein mit ihm.

Eines schönen Tages fällt uns auf, dass unser Freund langsamer wird bzw. geworden ist in seinen Bewegungen, dass er lange Ruhe- und Schlafpausen benötigt, dass er das Spielen und Toben den Jüngeren überlässt- vielleicht haben sich schon Krankheiten oder Verschleißerscheinungen gezeigt. Wir stellen erschreckt fest, dass er schon 10, 11, 12 Jahre oder älter geworden ist und haben das Gefühl, dass der Tag, an dem er zu uns kam, doch noch gar nicht so lange her ist.
Uns wird bewusst, dass die gemeinsame Zeit, die wir mit ihm zusammen verbringen dürfen, in das letzte Viertel geht. Diese Zeit ist ungemein kostbar, denn wir haben einen (fast) perfekten Partner an unserer Seite, der uns wortlos versteht, der jede Situation richtig einzuschätzen weiß und der einfach immer souverän, oft sehr dezent im Hintergrund, bei uns ist. Wir haben vielleicht noch andere, jüngere Hunde, die unsere Aufmerksamkeit im besonderen Maße benötigen - der Alte ist die graue Eminenz im Rudel.

Nach neuesten wissenschaftlichen Studien unterscheidet man 4 hauptsächliche altersbedingte Verhaltensänderungen. Die Abkürzung DISH umfasst folgende Kriterien:

  • D esorientierung
  • I nteraktionsveränderungen
  • S chlafverhaltensänderungen
  • H ausverunreinigung

  • Desorientierung = Orientierungsverlust – Verwirrung, Ziellosigkeit, normale Umgebung, Handlungen und tägliche Routinen werden vergessen bzw. nicht erkannt.
  • Interaktionsveränderungen = Familienmitglieder werden nicht mehr oder nur mit geminderter Freude begrüßt, Streicheln wird vermehrt eingefordert und die Hunde verlangen immer wieder nach Aufmerksamkeit.
  • Schlafverhaltensänderungen = Schlafgewohnheiten und –verhalten ändern sich, nächtliches Wandern und Unruhe tritt auf.
  • Hausverunreinigungen = der Hund macht nicht mehr wie gewohnt auf sich aufmerksam, wenn er raus muss und / oder die Kontrolle über den Schließmuskel von Blase und / oder Darm kann verloren gehen.

Woran erkennen wir, dass unser Hund ein Oldie ist? Folgende Symptome können auftreten:

  • Interesse an Aktivität und Bewegung lassen nach
  • Appetit und Körpergewicht verringern sich, die Muskulatur bildet sich zurück
  • Schlaf- und Ruheverhalten ändern sich; nächtliches Wandern, veränderter Tag- und Nachtrhythmus
  • Durchblutung der Organe, besonders von Herz und Gehirn, ist reduziert
  • Kontrolle über die Muskulatur, besonders über die Schließmuskel, gehen verloren
  • Verschleiß von Gelenken, Muskeln und allen anderen Organen
  • Körperpflege wird vernachlässigt
  • Aggressionskontrolle wird abgebaut


Selbstverständlich lassen wir ihm jedwede ärztliche Hilfe zuteil werden, die er eventuell benötigt. Aber darüber hinaus können wir noch viel mehr tun, ihm die letzten Jahre so schön wie möglich zu gestalten.
Vor allen Dingen sollten wir ihn altersbedingt nicht isolieren oder von anderen Tieren bzw. Menschen abschotten. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass Hunde, die in einem festen Rudel, ob mit anderen Tieren zusammen oder nur mit ihren Menschen, ihren Platz, ihre Aufgaben behalten, im Alter noch wesentlich agiler sind als Artgenossen, die man aus falsch verstandener Rücksichtnahme von allen Aktivitäten fernhält. Entsprechend ihrer noch vorhandenen Beweglichkeit sollte man diese Hunde in den Tagesablauf integrieren, ihnen immer die Möglichkeit zum Rückzug, zum Ausruhen geben, ohne sie wegzusperren. Alte Hunde besitzen oft die Unerschütterlichkeit, mitten im Geschehen eine Siesta zu machen! Lassen wir sie gewähren, wenn sie das möchten und einfach nur dabei sein wollen.

Bei den Spaziergängen ist darauf zu achten, dass unser alter Freund entsprechend seiner Konstitution, seiner Beweglichkeit und unter Berücksichtigung etwaiger Krankheiten seine Ausläufe hat, vielleicht zwei kurze und einen langen. Dies hängt natürlich stark von seiner Fitness ab - es gibt Hundesenioren von 12 Jahren, die einem 6 – jährigen Jungspund noch was vormachen. Aber Achtung: gerade Vierbeiner unter den Arbeitsrassen neigen zur Selbstüberschätzung und zur Maßlosigkeit, oft auch, wenn sie mit jüngeren zusammen sind. Hier ist unsere ganze
Beobachtungsgabe gefragt und ein entschlossener Stopp, wenn der Hund sich zuviel zumutet.

Im Alter können auftreten:
Inkontinenz von Blase und Darm>> Linderung durch mehrmaliges, kurzes Gassigehen.
Die Liegeplätze kann man mit wasserundurchlässigen Decken ausstatten- diese gibt es im Sanitärfachhandel oder im gut sortierten Supermarkt. Auf keinen Fall darf der Hund deswegen gerügt oder bestraft werden- diese Körperfunktionen kann er nicht mehr steuern. Viele Hunde leiden auch darunter- man sollte es ihnen nicht noch schwerer machen.
Es gibt heute Medikamente, die bis zu einem gewissen Grad helfen können. Sollte unbedingt mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
Sehschwäche bis Blindheit>> Der Hund kann diese Einschränkung gut ausgleichen mittels Nasen- und Ohrenarbeit. Die Augen sind der ohnehin schwächste Teil der Sinnesorgane - in der Regel gut zu kompensieren. Selbstverständlich gibt es auch hier medizinische Spezialisten, die z.B. Netzhäute transplantieren.
Taubheit>> Etwas problematisch, da man den Hund akustisch nicht mehr erreichen kann.
Sollte deshalb immer an der langen Leine geführt oder im Auge behalten werden. Pfeifen mit hohen Tönen kann der Hund gut wahrnehmen, falls er noch nicht ganz taub ist. Taubheit ist eine schleichende Krankheit. Taube Hunde können sich zwar visuell und rhinogen orientieren, es besteht jedoch immer die Gefahr, dass sie sich verlaufen. Oft kommt auch noch die Sehschwäche hinzu - also nie aus den Augen lassen!
Depressionen>> Wie auch beim alten Menschen, können - müssen nicht - Altersdepressionen auftreten. Die Spannbreite reicht von der leicht „nörgelnden, missmutigen“ Haltung, weil Hund nicht mehr alles mitmachen kann bis hin zur Demenz. Der Hund wird unruhig, verliert komplett die Orientierung, hat Erkennungsschwierigkeiten, auch seinen Haltern gegenüber, zieht sich mehr und mehr zurück. Es ist sehr wichtig, ihn in solchen Situationen nicht alleine zu lassen, ihn auch weiterhin in den Tagesablauf zu integrieren. Nichts ist schlimmer und kontraproduktiver für einen alten Hund, als isoliert bzw. abgeschoben zu werden. Hierfür gibt es ebenfalls entsprechende Futterergänzungsmittel bzw. Medikamente.
Auch der Verzicht seitens von uns Menschen z.B. auf lange Autofahrten mit dem Hund, Abgabe in eine Hundepension im Urlaub, viele kleine Aktivitäten mit ihm verbessern Qualität und Dauer seines Lebens.
Die Tellington-Touch®- Ohr- und Maularbeit hilft dem Hund, Körperzellen zu regenerieren, ihm Vertrauen und Geborgenheit zu schenken und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Gelenkerkrankungen>> Treten ab dem 8. Lebensjahr (rasse- und haltungsbedingt) vermehrt auf. Arthrose, Arthritis, Dysplasien in Ellenbogen und Hüfte, Spondylose, Cauda Equina, Bandscheibenvorfall, um nur einige zu nennen. Körpersymptome sind Lahmheit, Schongang, Schmerzen beim Aufstehen/ Hinlegen, verminderte Aktivität, plötzliches Aufschreien bei kleinen Bewegungen. Auch hier ist eine tierärztliche Diagnose obligatorisch- nur wenn man die Krankheitsursache kennt, kann man gezielt helfen. Neben den erforderlich werdenden Operationen bzw. der Medikation kann man mit Ergänzungsnahrung unterstützen, wie z.B. Muschelextrakte, Gelatine- Kräutermischungen. Hilfreich sind auch homöopathische Mittel sowie Bach-Blüten für die Seele des Hundes.
Ich unterstütze meine Oldies mit Python- TTouches, Muschelttouches, Körperbandage, sowie gezieltem Führ- und Ausgleichstraining.
Mindesten zwei Mal im Jahr sollte beim Tierarzt ein Gesundheitscheck mit komplettem Blutbild gemacht werden. Auch ist zu überlegen, die Impfungen in größeren Abständen zu platzieren, da diese das Immunsystem sehr belasten. Heute sind die Hersteller der Impfseren verpflichtet, die Impfintervalle anzugeben. Statt der jährlichen Impfungen können diese zwischen 2 und 3 Jahren variieren. Aus nachvollziehbaren Interessengründen beraten einige Tierärzte zu diesem Thema nicht objektiv. Informationen sind abrufbar unter www.hundezeitung.de und www.haustierimpfung.de

Ältere Hunde benötigen auf Grund des niedrigeren Stoffwechsels weniger energiereiche Nahrung. Sie sollten sehr schlank gehalten werden, da jedes Gramm Körpergewicht die Knochen, das Herz und die Atemwege schmerzhaft belastet. 2-3 maliges Füttern pro Tag hilft, die Nahrung besser zu verdauen, Nieren, Blase und Darm zu entlasten.
Ernährung auf Alter und Bewegung abstimmen; weniger Protein, dafür hochwertige, salzarme Mischkost. Frischfleisch oder qualitativ hochwertiges Dosenfleisch (keine Schlachtabfälle), Teigwaren, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Eier, Quark, Hüttenkäse, Yoghurt. So kann der Körper Defizite ausgleichen und Überschüsse kompensieren.
Informationen zur optimalen Ernährung finden Sie hier

Ich wünsche all jenen, die bereits eine graue Schnauze in der Familie haben, eine wunderschöne, erfahrungsreiche und glückliche Zeit damit. Allen Lesern, die eine solch inspirierende Ära noch vor sich haben, mögen ein wenig Wissen und Information aus diesem Newsletter entnehmen.

Quellen- und Empfehlungsliteratur:
Carl Gorman: Der alternde Hund, Kynos Verlag
Uta Over: Auch Hunde werden alt, Verlag Müller Rüschlikon


Copyright: Gudrun Zimmermann * Hundeinsel Frankfurt am Main * 2007

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Newsletter Nummer 2: Juli 2003
Newsletter Nummer 3: Januar 2004
Newsletter Nummer 4: August 2004